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Freitag, 09. Februar 2018

Brenner-Nordzulauf: Geologisches Erkundungsprogramm

Gemeinsam mit Vertretern der Region planen die DB Netz AG und die ÖBB-Infrastruktur AG in einem repräsentativen Beteiligungsverfahren den bestmöglichen Verlauf der nördlichen Zulaufstrecke zum Brenner Basistunnel. Dafür ist die vertiefte Kenntnis von Boden- und Gebirgsaufbau von entscheidender Bedeutung. Nur wenn alle Planungsgrundlagen bekannt sind, kann im Beteiligungsverfahren die gesamthaft beste Trasse gefunden werden.
Bereits heute existieren zahlreiche Informationen zum Gebirgsaufbau im Inntal. Diese wurden etwa durch Oberflächenkartierungen, Bergbautätigkeit oder im Zuge anderer Projekte und Bauvorhaben gewonnen. Auf Basis der bereits bestehenden Daten haben Geologen Bereiche identifiziert, an denen die Kenntnisse des Untergrunds noch unzureichend für die Planung einer Schienentrasse sind. In diesen Bereichen erfolgen Erkundungsbohrungen und geophysikalische Untersuchungen.
In Flintsbach a.Inn werden die Bohrungen auf folgenden öffentlichen Grundstücken niedergebracht:
* an der Kufsteiner Str. am südlichen Ortsausgang von Flintsbach
* im Bereich Bahnhof Fischbach
* östlich der Fußgängerunterführung am Auweg
* im Bereich Gletschergartenweg.


Die Bohrpunkte haben keinerlei Aussagekraft bezüglich des späteren Trassenverlaufs, sondern zeigen, wo in der Vergangenheit noch nicht genügend Grundlagendaten als Basis für unsere Planungen gewonnen wurden. Die Bahnen betrachten den gesamten Planungsraum und erkunden nur an den Stellen, an denen die Erkenntnisse im Vergleich zu den restlichen Bereichen noch lückenhaft sind.


Ablauf und Umfang der Erkundungsbohrungen
Das Erkundungsprogramm wurde so konzipiert, dass möglichst wenige Bohrungen auf privatem Grund erfolgen. Die angewandte Bohrtechnik vermeidet bewusst Erschütterungen. Dabei werden mittels eines Bohrgeräts, das z. B. auf einem LKW montiert ist, Bohrkerne gewonnen. Diese sind unter anderem zur „Eichung“ von ergänzend ausgeführten geophysikalischen Untersuchungen geeignet. Durch Bohrkerne wird die Struktur des Gebirges deutlich erkennbar.
ca. 30 Bohrungen im deutschen und österreichischen Inntal
zwischen 30 bis 60 m Tiefe (in anderen Gemeinden kann die Tiefe bis zu 400 m betragen)
ca. 3.000 m Bohrkerne, die später im Labor untersucht werden
Arbeitsdauer je Bohrung zwischen 1 und 10 Wochen


Geophysikalische Untersuchungen
Die Geophysik stützt sich auf Untersuchungen mit seismischen und elektrischen Verfahren. Konkret werden z. B. durch einen Hammerschlag auf eine Metallplatte oder elektrische Anregung Impulse in den Untergrund abgegeben. Ausgelegte Kabel dienen zur Messung von Reflexions- bzw. Refraktionsmustern. Durch charakteristische Datenbilder können Geologen den Gebirgsaufbau näherungsweise modellieren.
Messungen im Umkreis von ca. 100 m der jeweiligen Impulsstelle
Bei allen Messungen werden addiert ca. 49 km Kabel ausgelegt
Arbeitsdauer je Messstelle beträgt nur wenige Stunden
Grundstückseigentümer, die von den Untersuchungen berührt sind, werden von den ausführenden Ingenieurbüros der DB Netz AG für Deutschland bzw. der ÖBB-Infrastruktur AG für Österreich kontaktiert. Bei Fragen und Anregungen stehen persönliche Ansprechpartner bereit.
Für weitere Informationen haben DB und ÖBB eine Broschüre erstellt. Diese liegt in den Rathäusern aus, ist im Infobüro Rosenheim, Salinstraße 1, 83022 Rosenheim – geöffnet dienstags und mittwochs von 12 bis 18 Uhr - erhältlich. Download im Internet unter www.brennernordzulauf.eu

 

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